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	<title>Kritikgesellschaft</title>
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		<title>Deutsche Identität, lieber nicht</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Apr 2008 20:52:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>X</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
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		<category><![CDATA[Nationalität]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8222;Deutsch&#8220; mag eine Nationalität sein, trotzdem haben viele Deutsche Probleme damit, eine deutsche Identität anzuerkennen oder überhaupt zu finden. Was in anderen Staaten schon lange Normalität ist, ist in Deutschland völlig undenkbar. Sie wurden in Deutschland geboren und haben einen deutschen Pass, sprechen deutsch, im Lebenslauf geben sie unter Nationalität &#8222;deutsch&#8220; an. Sie sind deutsche [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kritikgesellschaft.wordpress.com&amp;blog=3403265&amp;post=9&amp;subd=kritikgesellschaft&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Deutsch&#8220; mag eine Nationalität sein, trotzdem haben viele Deutsche Probleme damit, eine deutsche Identität anzuerkennen oder überhaupt zu finden. Was in anderen Staaten schon lange Normalität ist, ist in Deutschland völlig undenkbar.</strong></p>
<p>Sie wurden in Deutschland geboren und haben einen deutschen Pass, sprechen deutsch, im Lebenslauf geben sie unter Nationalität &#8222;deutsch&#8220; an. Sie sind deutsche Staatsbürger, Deutsche. Man sollte meinen, sie hätten auch eine deutsche Identität. Man sollte, aber man tut es nicht. Lieber schämt man sich. So gibt es Sätze, die man lieber nicht sagt: &#8222;Ich bin Deutscher.&#8220; Oder vielleicht sogar: &#8222;Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein.&#8220;</p>
<p><span id="more-9"></span>Es ist ja nicht so, dass es keinen Grund gäbe, auf Deutschland stolz zu sein. Es gehört sich aber einfach nicht, das auch zu äußern. Im Jahr 2001 hat eine Arbeitsgruppe von Sozialpsychologen der Marburger Philipps-Universität empfohlen, den Satz &#8222;Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein.&#8220; in Politik und Medien nicht zu verwenden. Als Grund führen die Sozialpsychologen die Gefahr zunehmender Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit an. Auf der anderen Seite wurde 2005 die von Gunter Thielen, dem Vorstandsvorsitzenden der Bertelsmann AG, initiierte Aktion &#8222;Du bist Deutschland&#8220; ins Leben gerufen, um ein neues Nationalgefühl zu schaffen.</p>
<p>Die Kampagne wurde sehr kontrovers diskutiert. In Befragungen äußerten 54%, sich positiv angesprochen zu fühlen. Kritiker sahen dagegen Parallelen zur Ideologie der Volksgemeinschaft, die während des Nationalsozialismus Verwendung fand. 1935 fielen schon einmal ähnliche Worte: Bei einer Kundgebung in Ludwigshafen verwendeten Nationalsozialisten die Parole &#8222;Denn du bist Deutschland&#8220; &#8211; meinten damit aber Hitler. Der renommierte Historiker Hans Mommsen sah darin allerdings nur eine &#8222;zufällige Übereinstimmung&#8220; und betrachtete die Kampagne nicht als belastet.</p>
<p>Dennoch ist dies ein gutes Beispiel für ein besonderes deutsches Trauma: den Nationalsozialismus unter Hitler und die damit in Verbindung stehenden Verbrechen. Noch heute, über 60 Jahre später scheuen sich die Bürger der Bundesrepublik Deutschland vor dem Wort &#8222;Führer&#8220; und noch heute sollen wir die Verantwortung für die Geschichte übernehmen, uns unserer Schuld bewusst sein. Dabei ist es gar nicht unsere Schuld. Es ist die Schuld einzelner in der Vergangenheit, denen nicht genug Widerstand entgegengesetzt wurde. Doch aufgrund der Schwere der Verbrechen scheint es bis heute unmöglich zu sein, die Vergangenheit auch als vergangen anzusehen. Zwar meint Michel Friedman, der bis 2003 Vizevorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland war, dass junge Menschen für das Dritte Reich nicht schuldig seien, aber wenn man sich als Deutscher mit deutschen Größen wie Beethoven, Goethe oder Schiller identifizieren will, setze das voraus, &#8222;dass man sich für Auschwitz und Hitler schämt.&#8220;</p>
<p>Diese Scham ist ein großes Problem. Sie verbindet sich auch mit der Angst, etwas Falsches zu tun oder zu sagen. Man traut sich nicht, stolz auf Deutschland oder die Errungenschaften Deutscher zu sein. Die Marburger Sozialpsychologen stellten dazu fest, dass die Aussage &#8222;Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein&#8220; in Meinungsumfragen immer mit stärkerer Fremdenfeindlichkeit einher gehe. Für Meinungsbildner ist die Aussage also gefährlich, da sich Nicht-Deutsche abgewertet fühlen könnten. Auf demokratische oder kulturelle Errungenschaften könne man stolz sein, weil die Abwertung eben nicht gegeben sei. Doch die Unsicherheit bleibt trotzdem, denn wer weiß schon so genau, wann der geäußerte Stolz abwertend interpretiert wird oder werden könnte? Da ist sie, diese Angst.</p>
<p>Schnell kann ein falsches Wort dazu führen, dass man in eine Ecke gedeutet wird, in die man nicht will und in die man eigentlich auch nicht gehört. Aber man ist eben abgestempelt.</p>
<p>Das geht so weit, dass man sich nicht in der Lage fühlt, Forderungen zu stellen. In Schweden bekommt man ohne ausreichende Sprachkenntnisse häufig keinen Job. Oft werden Kenntnisse der schwedischen Sprache als Grundbedingung angesehen. Zwar gibt es, was einmalig auf der Welt ist, das Amt eines  Ombudsmanns gegen ethnische Diskriminierung, trotzdem hat man als Zuwanderer Probleme, wenn man nicht über umfassende &#8222;schwedische Qualifikationen&#8220; verfügt. Wer länger als 3 Monate in Schweden bleiben will, muss sich als EU-Bürger dort anmelden. Problemlos klappt das aber nur, wenn man entweder einen Job hat, Student oder selbstständig ist oder Familienangehörige hat, die in Schweden leben und die genannten Bedingungen erfüllen. Übrigens werden in Schweden kostenlose Sprachkurse für Zuwanderer angeboten.</p>
<p>In Deutschland ist man davon jedoch weit entfernt. Zuwanderer werden oft als &#8222;Opfer&#8220; gesehen, denen man es nicht zumuten kann Pflichten zu erfüllen. Schwedische Verhältnisse sind also in dieser Richtung undenkbar.</p>
<p>Der deutsche Vorstoß, den Erwerb von Sprachkenntnissen bereits im Herkunftsland zu fordern, stößt auf Ablehnung der Migrantenverbände. Diese würden die Forderung als &#8222;reine Türkenfeindlichkeit&#8220; ansehen, schreibt die türkischstämmige Autorin und Rechtsanwältin Seyran Ateş in der Ausgabe 15/2008 der ZEIT. Sie schreibt weiter, die Deutschen seien ganz verzweifelt, wenn ihnen die Türken erklären, dass sie mehrere Identitäten, auch eine deutsche haben, &#8222;weil sie gar nicht verstehen können, wie jemand freiwillig Deutscher sein kann.&#8220;</p>
<p>Die deutsche Identität ist für viele Deutsche ein Problem. Im Inland wird sie oft kaum gewürdigt und leichtfertig aufgegeben. Zuwanderer schätzen teilweise ihre deutsche Identität und die USA schätzen die Organisation des deutschen Diplomstudiums, dazu James Tien, Vizepräsident des amerikanischen Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE): &#8222;Wir in den USA müssen das zweistufige Hochschulsystem in ein professionelles Programm umbauen, das wie das deutsche Diplomstudium organisiert ist.&#8220; Deutschland dagegen beteiligt sich am Bologna-Prozess, der für Europa ein zweistufiges System von Studienabschlüssen schaffen soll. Damit wird der seit 1899 existierende und bewährte Diplom-Abschluss aufgegeben. Das neue System soll vergleichbarer und verständlicher sein, die Studenten sollen mobiler und der europäische Hochschulraum attraktiver werden.</p>
<p>Dabei war deutsche Wissenschaft im Ausland immer angesehen. Bedeutende und nützliche Entwicklungen wurden von Deutschen gemacht: Buchdruck, Kaffeefilter, Dübel und Strandkorb, Airbag, aber auch Auto oder Magnetschwebebahn, die Chipkarte, der Computer, Dieselmotor oder Fernseher und Glühbirne. Kernspaltung, Bakteriologie, Periodensystem der Elemente. Das Dateiformat MP3. Die Reformation. Teddybär und Teebeutel, Thermoskanne, Telefon. Zahnpasta oder Zündkerze. All diese Entwicklungen, Entdeckungen oder Erfindungen wurden von deutschen Forschern oder Erfindern auf den Weg gebracht und noch heute haben sie Bedeutung. Darauf kann man eigentlich stolz sein.</p>
<p>Eigentlich. Wir leben jetzt im EU-Zeitalter, das sicherlich auch seine Vorzüge hat. Wir sind EU-Bürger und deutsche Staatsbürger. Aber was ist unsere deutsche Identität gegen eine europäische Identität, die nicht geschichtlich vorbelastet ist? Wird der gesunde deutsche Nationalstolz noch durch die Spätfolgen des Nationalsozialismus zu Grunde gehen?</p>
<p>Unsere Identität ist geschwächt, junge Menschen können auf der Suche nach einer starken Identität daher von rechtsextremen Gedanken angezogen werden. Vielfach wird das schon thematisiert. Doch der Faschismus ist nicht nur Teil der deutschen Geschichte und damit Teil der nationalen Identität. Faschismus gab es und gibt es auch anderenorts, Rechtsextremismus ist überall. Türkische Jugendliche tragen Halbmond und Stern, begrüßen sich in der Schule mit dem Gruß der der rechtsextremen türkischen Partei der Nationalistischen Bewegung („Milliyetçi Hareket Partisi“, MHP). &#8222;Genießen sie Minderheitenschutz?&#8220;, fragt Seyran Ateş. Oder sind sie &#8222;Opfer&#8220;, die keine Pflichten erfüllen können, um Rechte zu bekommen? Ist es wirklich nicht möglich, von ihnen nach schwedischem Vorbild ein Mindestmaß &#8222;deutscher Qualifikationen&#8220; (preußische Tugenden sind legendär, Deutsche waren oder sind dafür bekannt) zu verlangen? Kann man nicht auch den Erwerb von Sprachkenntnissen unterstützen, um die Jobchancen zu verbessern, aber nicht jeden bedingungslos und für alle Zeit ins Land aufnehmen?</p>
<p>Natürlich können Ausländer eine Bereicherung für die Kultur einer Nation sein. Eine Öffnung ist wichtig, doch nicht um jeden Preis. Integration ausländischer Identitäten in die deutsche Kultur dürfen nicht mit einer Aufgabe der deutschen einhergehen.</p>
<h3>Mehr zum Thema&#8230;</h3>
<ul>
<li><a title="Nationalstolz und Fremdenfeindlichkeit" href="http://www.innovations-report.de/html/berichte/gesellschaftswissenschaften/bericht-1442.html" target="_blank">Stellungnahme der Marburger Sozialpsychologen</a></li>
<li><a title="Zitate zum Patriotismus-Streit auf FAZ.net" href="http://www.faz.net/s/RubA24ECD630CAE40E483841DB7D16F4211/Doc~E8CEF6A7B68BD4B938CE4C5D7331875E9~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Zitate zum Patriotismus-Streit</a></li>
<li><a title="Du bist Deutschland" href="http://www.du-bist-deutschland.de" target="_blank">Initiative &#8222;Du bist Deutschland&#8220;</a></li>
<li><a href="http://www.zeit.de/2008/15/Integration-Ates?page=all" target="_blank">Seyran Ateş über Integration in Deutschland</a></li>
</ul>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/kritikgesellschaft.wordpress.com/9/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/kritikgesellschaft.wordpress.com/9/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/kritikgesellschaft.wordpress.com/9/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/kritikgesellschaft.wordpress.com/9/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/kritikgesellschaft.wordpress.com/9/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/kritikgesellschaft.wordpress.com/9/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/kritikgesellschaft.wordpress.com/9/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/kritikgesellschaft.wordpress.com/9/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/kritikgesellschaft.wordpress.com/9/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/kritikgesellschaft.wordpress.com/9/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/kritikgesellschaft.wordpress.com/9/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/kritikgesellschaft.wordpress.com/9/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/kritikgesellschaft.wordpress.com/9/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/kritikgesellschaft.wordpress.com/9/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/kritikgesellschaft.wordpress.com/9/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/kritikgesellschaft.wordpress.com/9/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kritikgesellschaft.wordpress.com&amp;blog=3403265&amp;post=9&amp;subd=kritikgesellschaft&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Faschismus-&#8220;Forschung&#8220;</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Apr 2008 14:54:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>X</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Rein äußerlich vermitteln sie den Anschein einer seriösen Forschungsinstitution. Bei näherer Betrachtung offenbart sich dann die Notwendigkeit eines Spagats, der kaum gelingen kann, dem Spagat zwischen Erforschung des Faschismus und Antifaschismus. Der Name &#8222;Berliner Institut für Faschismus-Forschung&#8220; (kurz BIFFF) klingt nach einer seriösen Institution. Man assoziiert als Tätigkeitsfeld die Untersuchung der Ursachen des Faschismus in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kritikgesellschaft.wordpress.com&amp;blog=3403265&amp;post=6&amp;subd=kritikgesellschaft&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Rein äußerlich vermitteln sie den Anschein einer seriösen Forschungsinstitution. Bei näherer Betrachtung offenbart sich dann die Notwendigkeit eines Spagats, der kaum gelingen kann, dem Spagat zwischen Erforschung des Faschismus und Antifaschismus.</strong></p>
<p>Der Name &#8222;Berliner Institut für Faschismus-Forschung&#8220; (kurz BIFFF) klingt nach einer seriösen Institution. Man assoziiert als Tätigkeitsfeld die Untersuchung der Ursachen des Faschismus in der Weltgeschichte, vielleicht auch noch die Aufarbeitung der deutschen Geschichte und Aufklärung. Salopp gesagt, klingt das also nach einer guten Sache.</p>
<p><span id="more-6"></span>Diese Bezeichnung, die eine öffentliche oder zumindest unabhängige (Bildungs-) Einrichtung vermuten lässt, ist aber nicht die ganze Wahrheit. Tatsächlich handelt es sich nämlich um einen Verein: &#8222;Berliner Institut für Faschismus-Forschung und Antifaschistische Aktion&#8220;. Vereinsvorstand ist Peter Kratz, ein Diplom-Psychologe. Außerdem ist er Autor der Zeitschrift &#8222;konkret&#8220;, die sich selbst als &#8222;einzige linke Publikumszeitschrift Deutschlands&#8220; versteht.</p>
<p>Verein und Vorstand müsste also ein Spagat zwischen linker Einstellung und neutraler und unabhängiger Forschung gelingen, wenn der anfangs seriöse Eindruck bestätigt werden soll. Forschung soll methodisch und systematisch zu neuen Erkenntnissen führen. Eine unvoreingenommene Grundhaltung ist dafür sicher förderlich, meint jedenfalls der gesunde Menschenverstand.</p>
<p>Die Kombination aus objektiver Forschung und Antifaschismus impliziert, dass sich die Untersuchungen von vornherein gegen den Gegenstand derselben richten. Dass der Spagat Erfolg haben könnte, ist nur schwer vorstellbar.</p>
<p>Für BIFFF haben antifaschistische Aktionen offenbar besondere Priorität, doch unter dem Deckmantel der Forschung bleiben sie relativ verborgen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Medien die Publikationen des Vereins weitestgehend ungeprüft übernehmen. Geschehen ist dies 2005, als in Berlin ein vorrangig von Homosexuellen besuchtes Fetischtreffen in Berlin stattfand. Ein Flugblatt, was nebenbei bemerkt keine übliche Form der Publikation von Forschungsergebnissen ist, entwickelte sich zum Skandal: Kratz meinte, Verbindungen zur rechten Szene gefunden zu haben und warf den Fetischanhängern Verharmlosung von Vergewaltigungen, Militarismus und Rassismus vor. Angeblich enthielt auch das Sortiment eines Werbepartners des damaligen Treffens neonazistische Pornocomics.</p>
<p>Ein gewisser propagandahafter Populismus zieht sich durch die gesamte Breite der Publikationen. Auf der Internetseite des Vereins ist von der &#8222;SPD rechts außen&#8220; die Rede, wobei im gleichen Atemzug auch die Linkspartei genannt wird. Wenn es um die rot-rote Regierungskoalition in Berlin geht, liest man zum Beispiel von der &#8222;Freak-Show des Wowereit-Senats&#8220; oder den &#8222;Wowi-Zombies&#8220;.</p>
<p>Man kann eine gewisse Paranoia des Vereins vermuten, wenn jetzt auch eine Kulturveranstaltung im als links geltenden Berliner Club &#8222;SO 36&#8243; in die Schusslinie des Vereins gerät: Das &#8222;Pagan-Fest&#8220;, eine Metalveranstaltung, sieht sich gerade massiven Angriffen und dem Vorwurf des Rechtsextremismus ausgesetzt. Dieser Vorwurf trifft die gesamte Szene, aufgebrachte Reaktionen der Metalfans werden unter der Überschrift &#8222;Die straff organisierte, schnell mobilisierbare Nazi-Neuheiden-Szene macht mobil&#8220; zur Schau gestellt.</p>
<p>Es scheint, als lasse der Verein keine Gelegenheit aus, Faschismus und Nazismus aufzudecken, wo er auch nur im entferntesten zu erahnen ist. Differenzierte Betrachtungen liegen den BIFFF-&#8220;Forschungen&#8220; fern. Es handelt sich also offenbar nur um antifaschistische Aktionen, die so radikal sind, dass sie sich in Art und Weise schon wieder der anderen extremen Seite annähern: In einem Internetforum, die mit Meinungen bekanntermaßen nicht geizen, wurden die BIFFF-Anhänger als &#8222;rotlackierte Faschisten&#8220; bezeichnet. Angesichts der diffamierenden Äußerungen des Vereins ist diese Haltung sicherlich nachvollziehbar.</p>
<h3>Mehr zum Thema&#8230;</h3>
<ul>
<li><a title="Berliner Institut für Faschismus-Forschung und Antifaschistische Aktion e.V." href="http://www.bifff-berlin.de" target="_blank">Berliner Institut für Faschismus-Forschung und Antifaschistische Aktion e.V.</a></li>
<li><a title="scheinschlag Ausgabe 8/2005" href="http://www.scheinschlag.de/archiv/2005/08_2005/texte/14.html" target="_blank">Hintergrundinformationen zum Fetischtreffen 2005 und dem folgenden Skandal</a></li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konkret_%28Zeitschrift%29" target="_blank">Informationen zu &#8222;konkret&#8220;</a></li>
</ul>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/kritikgesellschaft.wordpress.com/6/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/kritikgesellschaft.wordpress.com/6/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/kritikgesellschaft.wordpress.com/6/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/kritikgesellschaft.wordpress.com/6/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/kritikgesellschaft.wordpress.com/6/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/kritikgesellschaft.wordpress.com/6/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/kritikgesellschaft.wordpress.com/6/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/kritikgesellschaft.wordpress.com/6/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/kritikgesellschaft.wordpress.com/6/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/kritikgesellschaft.wordpress.com/6/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/kritikgesellschaft.wordpress.com/6/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/kritikgesellschaft.wordpress.com/6/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/kritikgesellschaft.wordpress.com/6/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/kritikgesellschaft.wordpress.com/6/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/kritikgesellschaft.wordpress.com/6/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/kritikgesellschaft.wordpress.com/6/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kritikgesellschaft.wordpress.com&amp;blog=3403265&amp;post=6&amp;subd=kritikgesellschaft&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Augen auf!</title>
		<link>http://kritikgesellschaft.wordpress.com/2008/04/07/augen-auf/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Apr 2008 19:43:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>X</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmerksamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Kritikgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Kritikgesellschaft. Das klingt vielleicht erst einmal nach einer Gruppe von Nörglern. Falsch! Die Kritikgesellschaft geht nur mit offenen Augen durchs Leben und beobachtet das Leben, kritisiert die Gesellschaft. Leider scheint es immer weiter verbreitet zu sein, dass man Entwicklungen nicht bemerkt oder vorerst ignoriert. Es gibt aber nichts, das sich dauerhaft unter den Teppich kehren [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kritikgesellschaft.wordpress.com&amp;blog=3403265&amp;post=3&amp;subd=kritikgesellschaft&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kritikgesellschaft. Das klingt vielleicht erst einmal nach einer Gruppe von Nörglern. Falsch! Die Kritikgesellschaft geht nur mit offenen Augen durchs Leben und beobachtet das Leben, kritisiert die Gesellschaft.</p>
<p>Leider scheint es immer weiter verbreitet zu sein, dass man Entwicklungen nicht bemerkt oder vorerst ignoriert. Es gibt aber nichts, das sich dauerhaft unter den Teppich kehren lässt. Irgendwann entwickeln sich Berge darunter, die auffallen (sollten). Sie können sich zu Stolperfallen entwickeln und eigentlich sollte man aus diesen Bergen lernen und in Zukunft dafür sorgen, dass sie gar nicht erst entstehen.</p>
<p><span id="more-3"></span>Dazu will die Kritikgesellschaft einen Beitrag leisten, ab und an den Teppich anheben und einen Blick darunter werfen. Wir leben in einer Zeit, in der sich das reale Leben, die Realität nicht mehr für alle sichtbar abspielt. Viele Größen bleiben nicht mehr auf dem Teppich. Sie sind heute anderenorts zu suchen.</p>
<p>Wir werden versuchen, sie zu finden und ihnen zu folgen. In diesem Sinne: Haltet die Augen offen, denn nur so seht ihr, was um euch herum geschieht. Unachtsamkeit kann schnell zum Fall führen. Man stelle sich nur einmal vor, jemand zieht einem den Teppich unter den Füßen weg &#8211; nicht auszumalen.</p>
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